Helena Waldmann und ecotopia dance production
BurkaBondage

Die Burka ist ein Mantel, der afghanische Frauen restlos verhüllt. Bondage ist eine Technik, die japanische Frauen willenlos fesselt.

Nachdem 2001 die Taliban die berühmten Buddhas von Bamyian sprengten, reiste die Regisseurin Helena Waldmann nacheinander ins reichste und ins ärmste Land Asiens. In Afghanistan blieb von den Buddhas nur der „Rahmen des Anstands“. Gesprengt, weil man den Körper nicht erträgt. Es ist die Scham, die dem Körper die Freiheit raubt. So lautet auch die japanische Lesart. Da dient die Fessel der Befreiung, das Unsichtbare wird zum Ideal.

Helena Waldmann macht sich auf die Suche nach dem Körper ohne Gesicht. Mit zwei Tänzerinnen, die das Extrem lieben, einem Künstler, der den Körper ausradiert, und einem Genie der Trommel. Um der Scham die Maske abzureißen.

Helena Waldmann gehört ohne Zweifel zu den Choreographinnen, deren Arbeiten immer wieder durch ihre politische Kraft auffallen. In den letzten Jahren war ihr Name mehrfach in den Spielplänen unseres Festivals zu lesen. Mit Stücken wie Letters from Tentland oder Invasion der Pinguine rüttelt sie an vermeintlichen Tabuthemen und lässt so den Geist der Besucher nicht ausruhen. Ihr aktuelles Werk wird unter anderem durch neun Koproduzenten ermöglicht, zu denen auch Theater in Bewegung gehört. Seine Uraufführung feiert es am 09. Oktober diesen Jahres in Berlin.

Von und mit: Yui Kawaguchi (Tanz), Vania Rovisco, (Tanz), Acci Babba (Video), Mohammad Reza Mortazavi (Musik), Konzept, Regie, Choreographie: Helena Waldmann, Dramaturgie: Dunja Funke, Bühne: Jochen Sauer, Lichtdesign: Andreas Fuchs, Kostüme: Mari Krautschick, Wissenschaftliche Mitarbeit: Taiya Mikisch, Produktionsleitung/Tourmanagement: ecotopia dance production

Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und der Medien sowie der Kultur- und Kultusministerien der Länder. Mit freundlicher Unterstützung von ITI Germany und Goethe Institut. Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds. 

Foto: Sebastian Bolesch