Nina Gühlstorff und Dorothea Schroeder
Theaterhaus spielt:
Der dritte Weg. Eine theatrale Demonstration
Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall wird nicht nur ein historisches Ereignis gefeiert, sondern auch um seine Bedeutung gerungen:
Ist die »Wende« der Beweis dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger in der Lage sind, aus eigener Kraft ihre Gesellschaft zu verändern? Ist sie ein Triumph des Westens über den Osten?
Sicher ist, dass sich in der DDR eine Opposition entwickelt hatte, die von einer anderen Gesellschaft träumte. Die Stadt Jena war in diesem Prozess einer der bedeutendsten Orte. Unter starken Repressalien des Staates begannen einige Wenige einen visionären »Dritten Weg« zu entwerfen. Aber wie sahen diese »Dritten Wege« aus? Und kann man aus dem freien Denken von damals Kraft und Erfahrungen für heutige gesellschaftliche Utopien und ihre Verwirklichung ziehen?
Für das Projekt »Der Dritte Weg« interviewen die Regisseurinnen rund 50
Zeitzeugen. Aus diesem Material entsteht ein Stationen-theaterstück, das
subjektiv erlebte Geschichte in all ihren Widersprüchen dokumentiert.
Beginnend an der Stadtkirche, dem historischen Ausgangspunkt der
Demonstrationen, geben Protagonisten der Wendezeit und Schauspieler des
Theaterhauses einen Einblick in das Jena der 70er und 80er Jahre. Aber:
Diese Zeitreise ist kein nostalgischer Rückblick, sondern endet nach dem
Stadtrundgang voll Zeitgeschichte auf der Bühne des Theaterhauses mitten in
der Gegenwart.
DER DRITTE WEG. Eine theatrale Demonstration Dokumentarprojekt, basierend auf Interviews mit Demonstranten von ¹89. Mit: Stefanie Dietrich, Julian Hackenberg, Kai Meyer und Jenaer Bürgerinnen und Bürgern. Idee / Konzept / Regie: Nina Gühlstorff, Dorothea Schroeder. Ausstattung / Kostüme: Matthias Koch. Ausstattung / Video: Max Görgen. Produktionsleitung: Manuela Wießner. Dramaturgie: Rebekka Kricheldorf.. Dramturgische Beratung: Jens-Uwe Fischer
