Ismael Ivo
DIE NACHT DES DIONYSOS

Dionysos – Gott des Rausches, der Ekstase, des Tanzes. Dionysos – Gott der direkten, schamlosen Körperlichkeit, eins mit der Natur, eins mit sich. Dionysos – ein Gott für unsere Zeit? Die Antwort scheint rasch gefunden: Archaische Gewalten und Gestalten haben bei uns im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen. Technik, Mode, Normen, Klassifizierungen, Systeme aller Art reglementieren und definieren unseren Körper, unsere Person. Und doch: Feiert nicht Dionysos seine größten Triumphe da, wo – vermeintlich – alles geregelt ist? Bricht er sich nicht immer da Bahn, wo Formen und schöner Schein dominieren? Der Körper als ultimativ beweglicher Teil unserer Existenz befindet sich in grundlegender Opposition gegen alle Erstarrung. Er ist das Medium des Wechsels, er lebt die Kultur der Veränderung.

In Die Nacht des Dionysos stellt Ismael Ivo seinen Körper der Erforschung dionysischer Aspekte unserer Zeit zur Verfügung. Mit beeindruckender physischer Präsenz setzt er Motive des mythologischen Themenkreises in Bezug zu heutigen Formen der Rebellion gegen gesellschaftliche und persönliche Zwänge. Ja, gegen die Begrenztheit des Lebens selbst. Das Ergebnis dieser sehr persönlichen Recherche ist ein Tanz-Stück, das präzise die schmerzende Grenze zwischen Regeln und Chaos, zwischen vitaler Kraft und Zerbrechlichkeit auslotet.

Choreographie / Tanz: Ismael Ivo, Bühne: Marcel Kaskeline, Audivisuelles Desgin: Fender Schrade, Dauer: ca. 70 min

Eine Produktion von Ismael Ivo in Koproduktion mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart 

Die Vorstellung ist ausverkauft.