Stephanie Thiersch
Bruixa

Gemeinsam mit ihrer langjährigen Weggefährtin Viviana Escalé untersucht die Choreografin Stephanie Thiersch mögliche und bekannte Formen weiblicher Selbstinszenierung. „Bruixa“ zeigt das persönliche Portrait einer Tänzerin am Ende ihrer Bühnenkarriere. Sich ständig neu gestaltend, changiert Escalé erst geschlechtslos zwischen Tier und Pflanze, um im nächsten Moment fast vollständig im romantisierten Mädchentraum aufzugehen. Spielerisch springt sie zwischen durchchoreografierten Ritualen, intimen Momenten des Zauderns und privatem Erzählen hin und her.

Als Begrenzung der kreisförmigen Bühne sind die Zuschauer*innen aktiv am Geschehen beteiligt. Charmant und ohne großen Aufwand werden sie immer wieder zum kontextgebenden Bühnenbild arrangiert. Begleitet wird Viviana Escalé von der zwölfjährigen Malu am Schlagzeug. Aus zwei Generationen stammend, bewegen sich die beiden auf unterschiedliche Weise und dabei freundschaftlich-entspannt durch diesen Abend.

In der Entwicklung der Produktion hat sich Stephanie Thiersch mit tradierten Rollenmustern und ikonografischen Referenzen auseinandergesetzt. Die Arbeiten zeitgenössischer Fotografinnen brachten die Frage nach einem „weiblichen Blick“ / female gaze auf den (eigenen) Körper auf – wichtig waren beispielsweise die US-amerikanische Künstlerin Juno Calypso oder der Sammelband „Girl on Girl – Art and Photography in the Age of the Female Gaze“, herausgegeben von Charlotte Jansen.

Stephanie Thiersch »Bruixa«

Samstag, 20. November 2021, 20:00 Uhr
Theaterhaus Jena, Hauptbühne
Dauer: ca. 60 Minuten

Eintritt: 16/12 €

Choreografie, Tanz: Viviana Escalé · Regie, Bühne: Stephanie Thiersch · Dramaturgie: Maja Zimmermann · Appearance: Malu · Licht: Ansgar Kluge · Produktionsleitung: Anika Bendel · Management: Mara Nedelcu · Produktion: MOUVOIR e.V. · Fotos: Martin Rottenkolber

Koproduktionspartner: tanzhaus nrw Düsseldorf · Kooperationspartner: Goethe-Institut Madrid, Teatros del Canal Madrid, Orangerie – Theater im Volksgarten Köln, Freihandelszone Ensemblenetzwerk Köln. · Gefördert durch: Fonds Darstellende Künste, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Kulturamt der Stadt Köln.